Hypnose Praxis Jürgen Rank
 

Aluchophobie: Wenn die Dunkelheit Angst macht

Die Situation kennt wohl jedes Elternteil: Von einen Tag auf den anderen bitten die Kinder plötzlich darum, nachts doch das Licht brennen zu lassen, weil sie Angst vor der Dunkelheit haben. Diese und ähnliche Kindheitsängste beeinträchtigen die Entwicklung des Kindes im Normalfall nicht, da die Kinder durch diese Angst auch lernen, mit der Dunkelheit umzugehen. Jedoch kann daraus bei etwa 20 Prozent der Kinder, welche derartige Ängste verspüren, eine phobische Störung oder eine Angststörung erwachsen, die den Tagesablauf und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann. Diese Form der Angst wird im Fachjargon auch Aluchophobie und bezeichnet sowohl die Angst vor der Dunkelheit als auch vor dunklen Orten. Diese Angstgefühle können dazu führen, dass die Menschen, die darunter leiden, beispielsweise nachts das Haus oder die Wohnung nicht mehr verlassen oder nur noch mit einer Taschenlampe in den Keller gehen.

Die Aluchophobie: Anzeichen und Symptome

Welche Anzeichen und Symptome bei den Betroffenen auftreten, hängt vom Grad der Ausprägung der Angstgefühle ab. Nervosität und Stresssymptome können bereits auftreten, bevor die Betroffenen mit der Dunkelheit konfrontiert werden. In der akuten Situation fangen sie oft an zu zittern und schwitzen, zudem beschleunigen sich die Pulsfrequenz und die Atmung.

Ist die Angst vor der Dunkelheit stark ausgeprägt, kann es in akuten Situationen sogar zu Panikattacken kommen, ferner besteht die Gefahr, dass die Betroffenen auf lange Sicht eine Phobie entwickeln. Typisch bei der Angst vor der Dunkelheit der starke Drang, schnellstmöglich aus der Situation herauszukommen und zu flüchten. Grundsätzlich wollen die Betroffenen diese Situation nach Möglichkeit vermeiden und treffen für den Fall des Falles besondere Vorkehrungen.

Beispielsweise schalten sie den Fernseher nachts nicht aus oder lassen ein kleines Licht brennen, um nicht in der Dunkelheit schlafen zu müssen. Diese Vorkehrungen tragen jedoch nicht dazu bei, die Angst zu bekämpfen – im Gegenteil verstärkt sie sich gerade dadurch im Lauf der Zeit und manifestiert sich. Der bessere Weg besteht darin, sich mit professioneller Hilfe der Angst zu stellen. In der hypnosystemischen Therapie wird der Klient zunächst darauf vorbereitet, wobei der Therapeut im ersten Schritt zu ergründen versucht, wodurch diese Ängste ausgelöst werden, um sie dem Klienten im weiteren Verlauf der Therapie zu nehmen, bis jener sich der Dunkelheit stellen kann.

Welche Ursachen hat die Aluchophobie?

Vor der Dunkelheit an sich haben die Betroffenen kein Angst. Die Angstgefühle sind vielmehr auf einer Unsicherheit vor dem Unbekannten zurückzuführen. Schließlich wissen sie nicht, was sich in der Dunkelheit verbergen könnte. Denn auch wenn alle anderen Sinne eine wichtige Rolle spielen, ist es der Mensch doch gewohnt, in erster Linie auf visuelle Reize zu reagieren. Fehlt es an derartigen Reizen, wird der Mensch unsicher und so manches Mal gaukelt die Phantasie auch Dinge vor, die in Wirklichkeit gar nicht existieren. Selbst harmlose Gegebenheiten wie etwa ein Schatten hinter dem Vorhang können bei Menschen, die unter Aluchophobie leiden, Angstzustände auslösen.

Diese Emotionen können auf traumatische Erlebnisse zurückzuführen ebenso zurückzuführen sein, wie sie auch unterbewusst antrainiert worden sein können. So handelt es sich bei Kindern, die vor der Dunkelheit Angst haben, um keine Phobie, weil es meist nur eine vorübergehende Erscheinung ist. Treten die Ängste jedoch bei Jugendlichen erneut – vielleicht sogar verstärkt – auf, sollten die Eltern schnellstmöglich handeln und professionelle Hilfe aufsuchen.

Erlebt jemand in der Dunkelheit etwas Unangenehmes, wird diese negative Erfahrung im Gehirn abgespeichert. Die Empfindung kann sich durch Wiederholungen verstärken, sodass die Betroffenen auf den Einbruch der Dunkelheit angespannt reagieren. Die Angststörung entsteht also dadurch, dass das Gehirn falsch trainiert wird.

Wie wird die Angst vor der Dunkelheit behandelt?

Während in der Verhaltenstherapie in erster Linie auf die Konfrontation der Betroffenen mit dem Thema Dunkelheit in Begleitung des Therapeuten gesetzt wird, verfolgt die Hypnosystemik einen etwas anderen Ansatz: Auch hier wird im Gespräch des Therapeuten mit dem Klienten zunächst nach den Ursachen und den Auslösern gesucht, welche die Angstgefühle hervorrufen. Zugleich lernt der Klient verschiedene Entspannungstechniken, etwa Achtsamkeitsübungen. Das hilft dem Klienten dabei, ruhiger und gelassener zu werden und eine positive Grundhaltung zu gewinnen. Im Hypnoseteil arbeitet der Therapeut an den neuralen Verbindungen, die sich in der Vergangenheit gebildet haben. Er ersetzt mittels Hypnose die negativen Verknüpfungen und ersetzt diese durch positive. Das Problem Angst wird also gewissermaßen von zwei Seiten her angegangen.