Hypnose Praxis Jürgen Rank
 


Die Aquaphobie: Wenn Wasser Angst macht


Bei Aquaphobie, also der Angst vor Wasser, handelt es sich um eine spezifische Phobie. Die Betroffenen meiden Orte, an welchen sie mit Wasser in Berührung kommen könnten, also etwa das Meer, Flüsse oder Seen. Bei einigen Betroffenen kann aber sogar eine gefüllte Badewanne Angstgefühle auslösen. Bisweilen wird die Aquaphobie auch als Hydrophobie bezeichnet. Dieser Begriff ist jedoch nicht eindeutig und wird auch in Zusammenhang mit einer Schluckstörung verwendet, welche im Spätstadium einer Tollwuterkrankung auftreten kann. In der Fachwelt wird deshalb der Begriff Aquaphobie bevorzugt.

Keinesfalls darf die Aquaphobie mit der natürlichen Scheu des Menschen verwechselt werden, die ihn davon abhält, in unbekannten Gewässern zu baden. Verursacht wird die Aquaphobie auch nicht durch unbekannte Gefahren, die sich möglicherweise im Wasser verbergen könnten. Ein wichtiger Faktor, der in die Aquaphobie hinein spielt, ist die Tatsache, dass Wasser den kompletten Körper umschließen und selbst in kleine Ritzen in der Haut eindringen kann. Daraus kann sich bei Aquaphobikern eine weitere Angst ergeben: Vor allem in öffentlichen Einrichtungen haben sie darüber hinaus oft Angst davor, sich mit einer ansteckenden Krankheit zu infizieren. Die Angst vor dem Ertrinken tritt dagegen eher nachrangig auf und tritt in aller Regel nur auf, wenn ein Betroffener in der Vergangenheit bei einem Ereignis hätte ertrinken können.

Die Ausprägungen und Verbreitung von Aquaphobie

Die Angst vor dem Wasser kann wie jede Angststörung äußerst unterschiedlich ausgeprägt sein. Beispielsweise können die Betroffenen lediglich Angst vor tiefem Wasser haben. Für sie ist es dann unmöglich, zu schwimmen, selbst wenn sie das in der Vergangenheit gelernt haben. In schweren Fällen kann die Aquaphobie so stark ausgeprägt sein, dass es den Betroffenen unmöglich ist, Waschbecken, Dusche oder Badewanne zu benutzen.

Die Aquaphobie ist eine häufig vorkommende spezifische Phobie. In einer isländischen Studie zur Häufigkeit wurde festgestellt, dass etwa 8,8 Prozent aller Menschen unter Angststörungen leiden, mit einem Anteil von 20 Prozent wurde die Aquaphobie als achthäufigste Angststörung genannt.

Darum ist eine Therapie wichtig

Leichte Fälle von Aquaphobie lassen sich relativ einfach behandeln. Oftmals reicht es schon aus, wenn die Betroffenen einen speziellen Schwimmkurs für Ängstliche belegen. Bei schwereren Fällen empfiehlt sich dagegen eine Therapie.

Zunächst klärt der Therapeut ab, ob diese Angststörung auf ein gefährliches Ereignis in der Vergangenheit zurückzuführen ist, welches anschließend im Rahmen der Therapie aufgearbeitet wird. Um die Aquaphobie zu bewältigen, wird in der Schulmedizin bevorzugt die Konfrontationstherapie genutzt, wobei der Klient zusätzlich Verhaltensweisen erlernen soll, die ihm einen normalen Umgang mit dem Element Wasser ermöglichen. In der Hypnosetherapie geht der Therapeut noch einen Schritt weiter: Während der Hynosesitzung werden im Unterbewusstsein des Klienten sogenannte Trigger gesetzt, wodurch ihm die Angst vor dem Wasser genommen wird.