Hypnose Praxis Jürgen Rank
 

Borderline-Syndrom: wenn das Selbstbild instabil ist

Menschen, die unter dem Borderline-Syndrom leiden, besitzen eine instabile Persönlichkeit und haben einen Hang zur Impulsivität. Charakteristisch für Borderliner sind rasche – und oft heftige Stimmungswechsel sowie instabile Beziehungen zu anderen Menschen. Diese Beeinträchtigungen in Gefühlen, Handeln und Denken führen oft zu paradoxen Verhaltensweisen, die eine erhebliche Belastung sowie eine schwere Beeinträchtigung der Lebensqualität darstellen. So beschreiben Betroffene die Problematik etwa folgendermaßen: „Borderline ist wie ein Leben ohne feste Wurzeln.“ Selbst nahestehende Menschen können die Empfindungen von Menschen, die unter dieser komplexen Persönlichkeitsstörung leiden, meist nicht nachvollziehen.

Die Symptome des Borderline-Syndroms 

Vielfach zeigen sich die Symptome des Borderline-Syndroms bereits bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen. Zu den möglichen Anzeichen für diese Störung zählen neben Impulsivität und Stimmungsschwankungen auch selbstverletzendes Verhalten. Die Diagnostik ist allerdings insofern schwierig, als es keinen typischen Borderline-Patienten gibt und sich die Symptome von Fall zu Fall unterschiedlich äußern.

Deshalb gibt es auch keine exakten Zahlen, wie viele Menschen von einer Borderline-Störung betroffen sind. Lediglich im englischsprachigen Raum wurden einige Studien zu dieser Thematik durchgeführt. Nach einer US-amerikanischen Studie aus den Jahren 2004 und 2005 leiden etwa 5,9 Prozent der Bevölkerung am Borderline-Syndrom, wobei Frauen mit einem Anteil von 6,2 Prozent etwas häufiger betroffen sind, als Männer. 

Jedoch ist es in der Praxis selbst für erfahrene Therapeuten oft schwierig, eine Borderline-Störung als solche zu erkennen. Der Grund: In vielen Fällen stehen andere Beschwerden, die als Begleiterscheinung mit der Borderline-Störung einher gehen, zunächst im Vordergrund. Dazu gehören beispielsweise Depressionen, Ängste, aber auch psychosomatische Beschwerden. Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, dass die Borderline-Störung oft in Kombination mit anderen Persönlichkeitsstörung, etwa der narzistischen Persönlichkeitsstörung, einher geht. Auch treten bei einer Borderline-Störung zahlreiche Symptome auf, die auch bei anderen psychischen Störungen zu beobachten sind. Um eine fundierte Diagnose erstellen zu können, ist deshalb eine umfangreiche Anamese ebenso notwendig wie eine gute Abgrenzung zu anderen Problematiken.

Wie wird Borderline behandelt?

Die Schulmedizin setzt in der Behandlung des Borderline-Syndroms vor allem auf verhaltenstherapeutische Elemente, die gegebenenfalls medikamentös unterstützt werden. In der Verhaltenstherapie konzentriert sich der Therapeut im Wesentlichen darauf, dass die Betroffenen lernen sollten, ihre Gefühle in eine normale Bahn zu lenken, sodass sie nicht außer Kontrolle geraten können. Hierbei lernen die Betroffenen, mittels verschiedener Tricks, rechtzeitig gegenzusteuern. So kann es manchem Betroffenen schon helfen, wenn er einfach die Augen schließt und von eins bis zehn zählt, sobald er merkt, dass seine innere Anspannung steigt.

Eine weitere Möglichkeit, um Menschen mit einem Borderline-Syndrom zu behandeln besteht darin, ihre eigenen Gefühle mittels Achtsamkeitsübungen besser kennenzulernen und sie selbstsicherer zu machen. Das bedeutet in erster Linie, negative Denkmuster durch positive zu ersetzen.

Ganz ähnlich arbeiten auch Therapeuten, die hypnosystemisch vorgehen. Der Unterschied zur klassischen Schulmedizin besteht darin, dass das Lösen der negativen Denkmuster und das Verankern von positiven Gedanken hier mittels Hypnose erfolgt.