Hypnose Praxis Jürgen Rank
 


Burnout: Wenn alles zu viel wird

Als Burnout werden in der Psychologie verschiedene Krisen bezeichnet, die eher unauffällig beginnen, sich schleichend steigern und mit tragischen Folgen wie kompletter Arbeitsunfähigkeit oder sogar Suizid enden, wenn sie nicht behandelt werden. Die Betroffenen fühlen sich emotional erschöpft und selbst von Kleinigkeiten überfordert.

Ein Burnout – Was ist das?

Wobei es sich um einen Burnout genau handelt, ist bis heute nicht restlos geklärt. Der Grund: Mehr als 130 Symptome können auf einen Burnout hindeuten. Zudem überlappt sich diese Problematik in vielen Fällen mit anderen Störungsbildern wie Depressionen. Vor allem Christina Maslach, eine US-amerikanische Psychologin, und Herbert Freudenberger, ein deutsch-amerikanischer Psychoanalytiker, haben diesen Begriff in den 1970er Jahren maßgeblich geprägt. Die Psychologin entwickelte dabei auch das „Maslach Burnout Inventory“, welches für die Diagnostik herangezogen wird. Die wichtigsten drei Skalen dieses Test lauten:

- Depersonalisation, die Betroffenen entwickeln eine unpersönliche oder sogar zynische Haltung           gegenüber Personen, Kollegen und Bekannten                                                                                                            

 - ein emotionaler Erschöpfungszustand

- die Betroffenen fühlen sich nicht erfüllt und unzufrieden

Jedoch wird Burnout in der“International Classification of Diseases ICD-10“ nicht als eigenständige Diagnose aufgeführt, sondern lediglich als eine Subkategorie. Das bedeutet: Die Diagnose Burnout allein würde keine Einweisung in eine Klinik rechtfertigen. Andere Fachleute sind der Meinung, dass Burnout-Patienten eigentlich unter Depressionen leiden.

Wen kann ein Burnout treffen?

Erstmals beschrieben wurde der Burnout bei den Angehörigen sozialer Berufe wie Menschen, die in Pflege- und Heilberufen arbeiten sowie bei ehrenamtlichen Helfern. Das „ausgebrannt sein“ darf in diesem Bereich als typisch betrachtet werden, weil in diesem Bereich in der Regel äußerst idealistische Menschen arbeiten, die mit ihrem Einsatz häufig bis an die persönlichen Belastungsgrenzen gehen, ohne dafür Anerkennung zu erhalten.

Auch Lehrer galten lange Zeit als besonders burnoutgefährdet. Der Grund: Die Anforderungen in diesem Beruf wachsen stetig, sodass sich die Betroffenen rasch überfordert fühlen und Frustration aufbauen. Inzwischen wurde dieses Krankheitsbild erheblich ausgeweitet. Denn Burnout-Symptome wurden auch schon bei Studenten, Auszubildenden und sogar bei Kindern festgestellt. Die Betroffenen müssen sich in ihrem Beruf nicht übermäßig engagieren, um an Burnout zu erkranken, ausgelöst werden kann der Burnout nämlich auch durch zu großen Druck, wie er etwa bei Mobbing entsteht.

Weil noch keine verbindlichen Kriterien für Burnout existieren, lässt sich nicht exakt sagen, wie viele Menschen an Burnout leiden. Jedoch hat das Robert Koch-Institut eine Studie zum Thema „Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ durchgeführt, wonach deutschlandweit elf Prozent aller Erwachsenen unter chronischem Stress leiden. Laut dieser Studie sind 4,2 Prozent von Burnout betroffen, wobei Frauen – ebenso wie bei Depressionen – öfter betroffen sind als Männer. Festgestellt wurde auch, dass das Risiko, an einem Burnout zu erkranken, bei Menschen mit einem höheren sozialen Status größer ist.

Die Symptome eines Burnout 

Das Gefühl einer tiefen Erschöpfung ist das Hauptsymptom eines Burnout. Darüber hinaus wird der Burnout von einer Vielzahl weiterer emotionaler, psychischer und kognitiver Symptome begleitet, selbst psychosomatische Beschwerden sind möglich. Allerdings ist das Muster an Symptomen und Beschwerden individuell unterschiedlich und hängt auch vom Stadium der Erkrankung ab. Charakteristisch für das Anfangsstadium ist etwa, dass die Betroffenen in ihrer Freizeit nicht mehr abschalten können. Darunter leidet auch ihre Leistungsfähigkeit und sie müssen für die Bewältigung ihrer Aufgaben mehr Zeit aufwenden, womit sich die Betroffenen in einen regelrechten Teufelskreis hinein manövrieren.

Im weiteren Verlauf kippt das größere Engagement allmählich in Richtung Frustration. Sie neigen nun zu Aggressionen oder depressiven Stimmungen. Die starken emotionalen Belastungen, welchen die Betroffenen ausgesetzt sind, führen schließlich zu einem Nachlassen der Leistung: Sie machen beispielsweise Flüchtigkeitsfehler oder vergessen Termine. Schließlich ziehen sie sich aus dem sozialen Leben und emotional von nahestehenden Menschen zurück. Begleitet wird der Verlauf auch von körperlichen Reaktionen wie beispielsweise Verdauungsbeschwerden, einem erhöhten Blutdruck oder Schlafstörungen. Viele Betroffene neigen ferner zu einem verstärkten Suchtmittelkonsum. Letztlich entwickeln die Betroffenen Emotionen wie Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit.

Diese Risikofaktoren begünstigen einen Burnout 

Generell kann ein Burnout vielfältige Ursachen haben, wobei stets äußere und innere Faktoren zusammenspielen. Denn auf eine Belastung reagiert jeder Mensch unterschiedlich. Während die einen bei einer schwierigen Situation zur Höchstform auflaufen, können andere bereits mit mäßigem Druck nicht angemessen umgehen. Letztere sind besonders gefährdet, an einem Burnout zu erkranken.

Zu den inneren Faktoren, die einen Burnout begünstigen, gehören ein nur schwach ausgeprägtes Selbstbewusstsein, aber auch ein hohes Maß an Idealismus, Ehrgeiz und Engagement. Obwohl Menschen diesen Typs äußerst gegensätzlich sind, ist ihnen doch eines gemein: Sie streben nach Anerkennung durch ihre Mitmenschen und können ihre Gefühle nur schwierig ausdrücken.

Sehr oft startet die verhängnisvolle Spirale, wenn sich eine grundsätzliche Veränderung in der Lebenssituation ergibt, beispielsweise beim Berufseinstieg bei einem neuen Arbeitgeber. Aber auch Faktoren wie fehlende Anerkennung oder Arbeitsüberlastung erhöhen das Burnout-Risiko erheblich.

Wie wird der Burnout behandelt?

Bevor die Behandlung eines Burnouts beginnen kann, muss zunächst eine genaue Diagnostik erstellt werden, wobei am häufigsten der „Maslach Burnout Inventory Test“ genutzt wird. Die schulmedizinische Therapie setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen, je nachdem, unter welchen Symptomen und Begleiterscheinungen die Betroffenen leiden. Je nach Symptomatik und deren Schweregrad, beispielsweise bei schweren Depressionen, kann die Psychotherapie auch medikamentös unterstützt werden.

Auch in der hypnosystemischen Therapie arbeitet der Therapeut mit verschiedenen Elementen. Zunächst einmal geht es jedoch darum, das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein des Klienten zu stärken. Hierfür werden im Hypnoseteil der Sitzung die negativen Empfindungen wie Versagensängste oder Minderwertigkeitsgefühle durch positive Emotionen ersetzt. In weiteren Schritten werden die auslösenden Faktoren im Gespräch erarbeitet und nach Lösungswegen gesucht. Auch diese Schritte werden mittels Hypnose unterstützt. Der Grund: Vielfach hat der Klient die Ursachen mit negativen Erlebnissen und Emotionen aus der Vergangenheit auf unterbewusster Ebene miteinander verknüpft. Diese gilt es zu erkennen und aus dem Unterbewusstsein ins bewusste Denken zu holen, damit für den Klienten ein anderer Umgang damit erreichen kann. In diesem Zusammenhang werden auch verschiedene Achtsamkeitsübungen und Entspannungstechniken eingeübt.

Therapieformen im Vergleich:

Psychoananalyse: 38% der Menschen haben nach 60 Sitzungen eine Lösung erreicht.

Verhaltenstherapie: 72% der Menschen haben nach 22 Sitzungen eine Lösung erreicht.

Hypnosetherapie: 93% der Menschen haben nach 6 Sitzungen eine Lösung erreicht.