Hypnose Praxis Jürgen Rank
 


Die Generalisierte Angststörung

Die Generalisierte Angststörung zählt zu den relativ häufigen Angststörungen, unter welcher Zeit ihres Lebens vier bis sieben Prozent der Bevölkerung mindestens einmal leiden. Es gibt jedoch einen großen Unterschied zu spezifischen Angststörungen wie etwa der Angst vor Spinnen: In diesem Fall können die Betroffenen nicht genau bestimmen, woher ihre Angst rührt. Sie leiden vielmehr unter einem beständigen Gefühl von Anspannung und Besorgtheit, ihre Sorgen sind jedoch in aller Regel unbegründet. Beispielsweise haben sie Angst, sie könnten zu spät kommen, ihre Arbeit nicht bewältigen oder vor Krankheiten, die sie oder Angehörige betreffen könnten.

Weil sie die befürchteten Probleme immer wieder in ihrem Kopf durchspielen, schaukeln sich diese Ängste immer weiter auf, weil sie keine Lösung finden können. Die Ängste verstärken sich mit zunehmender Dauer des Angstzustandes, sodass die Angst immer mehr Bereiche ihres Lebens durchdringt und sie eines Tages tatsächlich nicht mehr in der Lage dazu sind, den Alltag zu meistern. Der Zustand permanenter Anspannung wirkt sich natürlich irgendwann auch auf den Körper aus. Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass Menschen mit einer Generalisierten Angststörung zunächst keine therapeutische Hilfe suchen, sondern erst einmal aufgrund ihrer körperlichen Beschwerden eine wahre Odyssee durch die Kliniken von Allgemeinmedizinern und Fachärzten hinter sich bringen.

Wann und in welchem Zusammenhang tritt die Generalisierte Angststörung auf?

Frauen sind von einer Generalisierten Angststörung etwas häufiger betroffen als Männer. Diese Störung tritt in den meisten Fällen im jungen Erwachsenenalter auf, wobei eine weitere Spitze bei Menschen im Alter von 50 bis 60 Jahren liegt. Auffällig ist, dass seit einigen Jahren die Zahl jüngerer Betroffener zunimmt.

Die meisten Betroffenen leiden darüber hinaus unter weiteren psychischen Störungen wie einer sozialen oder spezifischen Phobie oder Depressionen. Einher geht die Generalisierte Angststörung auch mit körperlichen Beschwerden, für die es keine organische Ursachen gibt.

Wie entsteht die Generalisierte Angststörung?

Die Gründe für das Entstehen einer Generalisierten Angststörung sind noch nicht geklärt, man nimmt aber an, dass sowohl genetische als auch soziale Faktoren eine Rolle spielen, wobei die Generalisierte Angststörung nicht direkt vererbt wird, sondern nur die Veranlagung dazu. Die sozialen Faktoren sind häufig auf Stress zurückzuführen, der meist auf kritische Lebensereignisse zurückzuführen ist. Durch diesen Stress kann eine Erwartungsangst entstehen, die mit negativen Gefühlen verbunden ist. Schließlich entwickeln die Betroffenen eine übertriebene Vorsicht gegenüber Reizen, die Angst auslösen können, was wiederum dazu führt, dass sie vermehrt Situationen als bedrohlich empfinden. In einem späteren Stadium können die Betroffenen sogar Angst vor der Angst an sich empfinden. Die Ängste stehen also voll und ganz im Fokus ihrer Aufmerksamkeit.

Die körperlichen Symptome der Generalisierten Angststörung Die körperlichen Symptome der Generalisierten Angststörung fallen individuell höchst unterschiedlich aus. Zu den häufigen Symptomen zählen beispielsweise Schlafstörungen, Muskelverspannungen, Zittern, Schwindelgefühle, Herzrasen, starkes Schwitzen und Konzentrationsprobleme, es kann aber auch zu Problemen im Magen- Darmtrakt kommen. Jedoch wird die Angst nur selten als Ursache dieser Beschwerden erkannt.

Risikofaktoren für eine Generalisierte Angststörung 

Eine äußerst wichtige Rolle für die Entstehung einer Generalisierten Angststörung spielt der Erziehungsstil der Eltern und die Erfahrungen des Betroffenen in jungen Jahren. Der Grund: Kinder lernen schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt, wie sie mit Bedrohungen umgehen. Reagieren die Eltern sehr ängstlich, werden dadurch die Ängste der Kinder gefördert. Das Risiko, eine Generalisierte Angststörung zu entwickeln, ist übrigens bei Personen aus bildungsfernen Schichten größer.

Es lässt sich beobachten, dass zahlreiche Menschen, die unter einer Generalisierten Angststörung leiden, in ihrer Kindheit einen Verlust wie etwa den Tod von Vater oder Mutter erlebt haben. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen ferner Vernachlässigung und Missbrauch.

Ausgelöst wird die Generalisierte Angststörung sehr oft von Ereignissen, die aktuell als belastend empfunden werden. Beispielsweise kann sich diese Störung nach dem Verlust des Lebenspartners bemerkbar machen. Angenommen wird ferner, dass die Botenstoffe des Gehirns eine Rolle dabei spielen, ob eine Generalisierte Angststörung ausbricht oder nicht, jedoch ist noch nicht bekannt, wie sich diese Abläufe gestalten.

So wird eine Generalisierte Angststörung untersucht und diagnostiziert

Weil die Betroffenen in den meisten Fällen wegen körperlicher Beschwerden meist einen Allgemeinmediziner aufsuchen, jedoch nicht von ihren Ängsten berichten, werden die psychischen Ursachen für die Beschwerden oft übersehen. Bemerken die Betroffenen, dass ihre Gedanken sehr oft einen negativen Unterton haben, sollten sie das mit dem Arzt besprechen. Dieser kann seinen Patienten dann an einen Therapeuten oder eine psychosomatische Klinik vermitteln, wo unter Zuhilfenahme spezieller Fragebögen eine genaue Diagnostik gemacht werden kann.

Ergänzend dazu führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch, um organische Ursachen ausschließen zu können. Bei dieser Gelegenheit wird er auch ein Blutbild erstellen. Der Grund: Die Symptome einer Generalisierten Angststörung ähneln jener einer Schilddrüsenüberfunktion. Die Ängste könne aber auch als Folge von Nebenwirkungen verschiedener Medikamente auftreten.

So wird die Generalisierte Angststörung behandelt

Grundsätzlich geht es bei der Behandlung einer Generalisierten Angststörung darum, den Betroffenen dabei zu helfen, die Symptome ihrer Angst zu erkennen und anschließend zu reduzieren. In der Schulmedizin wird die Generalisierte Angststörung meist mit einer Kombination aus kognitiver Verhaltenstherapie und Medikamenten behandelt. Darüber hinaus werden unterstützend diverse Entspannungstechniken eingesetzt.

In der Kognitiven Verhaltenstherapie stehen Gedanken und Verhalten des Betroffenen im Vordergrund. Der Therapeut erklärt deshalb zunächst, welche Mechanismen bei einer Angststörung wirken, weil sich die Sorgen eben gegenseitig verstärken. Weil die Betroffenen oftmals nach regelrecht danach suchen, ihre Ängste zu begründen, gilt es, die Achtsamkeit der Betroffenen weg von negativen Reizen zu lenken. Weil ein großes Problem bei der Generalisierten Angststörung darin besteht, dass die Betroffenen ihre Ängste und Sorgen nicht verarbeiten, hilft der Therapeut ihnen dabei, sich intensiv damit auseinander zu setzen. Therapeuten, die einen psychodynamischen Ansatz verfolgen, dass die Ängste ihre Ursache in ungelösten Konflikten haben, die häufig in die Kindheit zurück reichen und im Rahmen der Therapie bearbeitet werden. Jedoch kann sich eine Therapie, welche diesen Ansatz verfolgt, ambulant über mehrere Jahre hinziehen.

In diese beiden Richtungen geht auch der Ansatz in der Hypnosystemik, wobei hier mit anderen Methoden gearbeitet wird, sodass die Therapie in wesentlich kürzerer Zeit abgeschlossen werden und der Klient künftig besser mit seinen Ängsten umgehen kann. Mit Hilfe von sogenannten Achtsamkeitsübungen lernt der Klient, seine Gedanken in akuten Situationen weg von der Angst und hin zu anderen Dingen zu fokussieren. Dadurch lässt sich der Teufelskreis von sich selbst verstärkenden Ängsten durchbrechen, weil sich die bewusste Gedankenwelt eben nicht auf Dinge konzentriert, die aus dem Unterbewussten hochgekommen sind.

Im Hypnoseteil der Sitzung werden die negativen Emotionen durch positive ersetzt, die tief im Unterbewusstsein verankert werden. Zugleich werden dabei auf behutsame Art Blockaden gebrochen, sodass der Klient Parallelen zischen den angstauslösenden Situationen und Ereignissen aus seiner persönlichen Vergangenheit erkennen und sich damit auseinander setzen kann. Negative Ereignisse, die von vielen Betroffenen verdrängt wurden, werden also aus dem Unterbewussten ins Bewusstsein geholt und der Klient kann sich damit bewusst und intensiv auseinander setzen.

Gegebenenfalls werden in der Hynosystemik außerdem klassische Elemente aus der Verhaltenstherapie wie etwa die Kunsttherapie unterstützend eingesetzt. Beispielsweise, indem der Klient seine Emotionen in bestimmten Situationen bildlich oder figürlich darstellt. Auch hier geht es darum, Dinge aus dem Unterbewusstsein ins Bewusstsein zu holen, um eine intensivere Auseinandersetzung möglich zu machen.