Hypnose Praxis Jürgen Rank
 


Der Selbstwert, was ist das?

Alles, was umgangssprachlich mit dem Begriff Ego gemeint ist, ist der Selbstwert, also das Selbstwertgefühl, die -wertschätzung und -achtung, aber auch das Selbstvertrauen oder Selbstbewusstsein. Der Begriff beschreibt somit die Bewertung, die jeder Mensch von sich selbst hat. In der Psychologie wird der Selbstwert nach folgenden Kriterien betrachtet:

- Ist der Selbstwert hoch oder niedrig?

- Ist der Selbstwert instabil oder stabil?

- Ist der Selbstwert fragil oder sicher?

- Ist der Selbstwert kontingent oder nicht-kontingent?

- Ist der Selbstwert explizit, also bewusst-kognitiv oder implizit, also unbewusst affektiv und erfahrungsbedingt?

Manche Psychologen sehen den Selbstwert auch als Maßstab dafür, inwieweit ein Mensch sozial integriert ist. Nach Meinung von Aaron T. Beck wird der Selbstwert darüber hinaus wesentlich von Denkprozessen geprägt.

Wie gehe ich mit meiner Umwelt um?

Die Selbstsicherheit, die der Mensch an den Tag legt, wird wesentlich in der Kindheit geprägt. Hier spielen neben der Erziehung auch äußere Faktoren mit hinein. Einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung eines gesunden Selbstvertrauens nehmen dabei positiv erlebte Gefühle ebenso ein wie das Erhalten von Anerkennung und Wertschätzung. Notwendig ist es ferner, das das Kind sich mit einer wichtigen Bezugsperson identifizieren kann, die positiv auf das Kind reagiert und selbst auch entsprechend selbstsicher auftritt. Die Entwicklung eines gesunden Selbstbewusstseins ist also die Basis für den sicheren Umgang mit sich selbst und mit dem persönlichen Umfeld im Erwachsenenalter.


Zu den Voraussetzungen für ein gesundes Selbstwertgefühl gehören neben einem bewussten, zielgerichteten und eigenverantwortlichem Leben auch die Selbstannahme, das selbstsichere Behaupten der eigenen Person sowie persönliche Integrität. Um im Erwachsenenalter einschätzen zu können, wie es um den eigenen Selbstwert bestellt ist, stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:


Die Selbstbeobachtung, also eine nach innen gerichtete Beobachtung, hilft dabei das aktuelle Verhalten sowie das Erleben von Situationen in einen Zusammenhang mit früheren Ereignissen gesetzt werden, wodurch sich eine positive oder negative Selbsteinschätzung herauskristallisiert. Eine weitere wichtige Quelle sind die Rückmeldungen durch andere Personen. Dieses Wissen stellt auch die Basis zur Lösung von psychischen Problemen dar. Denn in den meisten Fällen treten psychische Probleme als Folgeerscheinung auf: Die Betroffenen sind mit Situationen konfrontiert, die sie emotional mit Situationen aus der Vergangenheit verbinden. Ein klassisches Beispiel: Wird ein Arbeitnehmer für eine schlechte Leistung vom Vorgesetzten gerügt, fühlt er sich in diesem Moment emotional in der Rolle des Kindes, das für eine schlechte Note oder ein schlechtes Zeugnis ausgeschimpft wird und ist für eine Weile vermutlich niedergeschlagen. Tritt diese Situation öfter ein, wie es beispielsweise bei Mobbingopfern der Fall ist, wächst sich die Niedergeschlagenheit nicht selten zu einer Depression aus. Den Betroffenen fehlt oft schlicht und ergreifend die Kraft, sich zu wehren oder andere Konsequenzen zu ziehen. Ihr Selbstwertgefühl, das durch die Niedergeschlagenheit ohnehin angekratzt ist, wird durch die permanente Kritik von Vorgesetzten und Kollegen noch weiter untergraben.


In der hypnosystemischen Therapie wird – anders als nach der schulmedizinischen Vorgehensweise – deshalb das Selbstwertgefühl des Klienten wieder aufgebaut. Mit einem positiven und gesunden Selbstwertgefühl gehen sie dann ganz automatisch anders mit der Situation um, in der Kritik – die vielfach ungerechtfertigt ist – um. Verwirklichen lässt sich das in den allermeisten Fällen allerdings nur, wenn die Betroffenen die Arbeitsstelle wechseln, weil im alten Betrieb in aller Regel zu viel Porzellan zerschlagen ist, um das wieder Kitten zu können.