Hypnose Praxis Jürgen Rank
 




Das Selbstwertgefühl – der Schlüssel zu einem gesunden Ego


Nahezu jede Karrierebibel preist ein gesundes Selbstwertgefühl oder Selbstbewusstsein als Schlüssel zum beruflichen Erfolg an und gibt selbstverständlich auch Tipps, wie sich das Selbstbewusstsein steigern lässt, um die nächsten Sprossen auf der Karriereleiter möglichst schnell zu erklimmen. Der Zusammenhang zwischen dem Selbstwertgefühl und beruflichem Erfolg zeigt sich besonders deutlich am Beispiel von Langzeitarbeitslosen: Vor allem Menschen, die vorher erfolgreich im Berufsleben standen, fühlen sich nach mehrmonatiger Arbeitslosigkeit oft nutzlos, entfremden sich von ihrer Familie, geben sich irgendwann selbst auf und begehen im Extremfall sogar einen Suizid. Während dieser Zusammenhang relativ gut belegt werden kann, geht die schulmedizinische Theorie noch davon aus, dass das Selbstwertgefühl keinen großartigen Einfluss auf alle weiteren Lebensbereiche hat. Das genannte Beispiel zeigt anschaulich, dass die Betroffenen Gefahr laufen, auch den Selbstwert – also das Empfinden des eigenen Körpers, der eigenen Bedürfnisse und Emotionen zu verlieren – wenn das Selbstwertgefühl massiv in Mitleidenschaft gezogen wird.


Alternativ arbeitende Psychologen wie Dr. Reinhard Haller arbeiten intensiv mit diesen Zusammenhängen. So beschäftigt sich Dr. Haller intensiv mit dem Thema „Kränkungen“ und wie diese sich auf die menschliche Psyche auswirken können, was sich insbesondere im Suchtbereich zeigt, in dem er schwerpunktmäßig arbeitet. Jede Kränkung – das kann nur eine lapidar dahin gesagte und nicht kränkend gemeinte Floskel sein – kann letztlich den Selbstwert und das Selbstwertgefühl des Betroffenen so massiv schädigen, dass sich daraus im Lauf der Zeit ein massives psychisches Problem ergeben kann, so das Ergebnis seiner Arbeit. Diesen oder einen ähnlichen Ansatz verfolgen mittlerweile auch verschiedene Kliniken wie die Privatklinik Friedenweiler im gleichnamigen Ort in Baden-Württemberg.


Das Selbstwertgefühl und psychische Störungen


Die Psychologie definiert den Selbstwert als Bewertung, welche die Betroffenen von sich selbst, bezogen auf die eigene Persönlichkeit, das Selbstempfinden und die persönlichen Fähigkeiten, hat. Wie gut das Selbstwertgefühl im individuellen Fall ausgeprägt ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine wesentliche Rolle spielen in diesem Zusammenhang jedenfalls die individuellen Lebenserfahrung sowie die Erziehung, insbesondere in den prägenden, frühen Lebensjahren.


Es ist also davon auszugehen, dass der Selbstwert und das Selbstempfinden eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung verschiedener psychischer Störungen und Erkrankungen von Depressionen über Angststörungen bis hin zur Borderline-Problematik spielen. Der Grund: Ein Mensch, der über ein niedriges Selbstwertgefühl verfügt, ist eben deshalb oft schlecht gelaunt, hat Probleme im Umgang mit anderen Menschen und ist letztlich auch in seinem Handlungsspielraum wesentlich eingeschränkt. Umgekehrt führen auch psychische Probleme zu einem mangelnden Selbstwert. Die Betroffenen landen also in einem Teufelskreis, in dem sich alle Faktoren gegenseitig verstärken. Man kann also davon ausgehen, dass ein niedriger Selbstwert zu psychischen Störungen führen kann, wenn noch weitere Faktoren hinzu kommen. Diese können von Fall zu Fall natürlich völlig unterschiedlich sein. Treten psychische Störungen auf, geht es für die Betroffenen zunächst einmal darum, wieder ein gesundes Selbstgefühl zu entwickeln,um im nächsten Schritt das Selbstwertgefühl zu stärken.Das Selbstwertgefühl muss gestärkt werden


Der hypnosystemische Behandlungsansatz verfolgt anders als die schulmedizinische Psychologie keinen problem-, sondern einen lösungsorientierten Ansatz. In der klassischen Herangehensweise stehen zunächst die Probleme des Patienten im Vordergrund, womit die Betroffenen auch bei aktiver Mitarbeit und dem festen Willen zur Problemlösung oft völlig überfordert sind. Das wiederum führt natürlich zu entsprechend hohen Rückfallquoten, weil sich die Betroffenen irgendwann später möglicherweise mit Auslösersituationen konfrontiert sehen, die in der Therapie nicht angesprochen wurden, weshalb sie auch nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen.


In der Hypnosystemik stehen deshalb nicht die Probleme der Klienten im Vordergrund, sondern deren Kompetenzen. Diese müssen natürlich erst einmal entdeckt und anschließend gestärkt werden, letzteres geschieht im Hypnoseteil der Sitzung. 


In den Sitzungen wird zunächst das Selbstgefühl des Klienten gestärkt, beispielsweise in Form von Achtsamkeitsübungen. Der Klient konzentriert sich beispielsweise voll und ganz auf seine Umgebung, die Geräusche im Umfeld und wie diese auf ihn wirken. Sobald der Klient erst einmal ein gesundes Selbstgefühl aufgebaut hat, entwickeln sich Selbstwert und Selbstwertgefühl ganz automatisch. Denn das Gefühl für sich selbst ist die elementare Grundvoraussetzung dafür, dass sich die Betroffenen selbst wertschätzen können. Die Klienten lernen im Lauf der Zeit unter anderem Zweierlei:


Zum einen: ICH bin wichtig, nicht mein Umfeld, nicht andere. ICH muss es mir wert sein, daran zu arbeiten, dass es MIR gut geht, nur dann kann ich der Partner, Lebensgefährte oder Freund sein, der ich sein möchte. Hierbei geht es also im Grunde rein um die Stärkung des Selbstwertgefühls. Die Klienten erhalten im Rahmen der Therapie verschiedene Werkzeuge an die Hand, die sie in kritischen Situationen einsetzen können, wodurch sie anders damit umgehen und nicht in die zuvor anerzogenen oder anerlernten Verhaltensmuster zurückfallen. 


Zum anderen gewinnt der Klient einen anderen Bezug zu seiner Problematik und kann infolgedessen anders damit umgehen.