Hypnose Praxis Jürgen Rank
 


Die soziale Phobie: Bitte nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen!


Bei der sozialen Phobie handelt es sich um eine spezielle Form der Angststörung. Die Betroffenen empfinden hierbei eine unangemessen starke Angst vor sozialen Situationen, die auch über einen längeren Zeitraum hinweg anhalten kann. Die Emotionen, welche die Betroffenen verspüren, gehen dabei weit über normales Lampenfieber oder Schüchternheit hinaus.

In diesen Situationen haben Menschen mit einer sozialen Phobie Probleme

Grundsätzlich kann die Angst bei einer sozialen Phobie in sämtlichen Situationen auftreten, in welchen die Betroffenen mit anderen Menschen zusammenkommen und deren Aufmerksamkeit auf sich ziehen, beispielsweise, wenn sie in der Öffentlichkeit essen oder reden sollten. Zwar wissen sie, dass die Angstgefühle übertrieben sind. Dennoch befürchten sie, abgelehnt zu werden, sich zu blamieren oder sich peinlich zu verhalten. Zwar kann die Angst bei einer sozialen Phobie in allen erdenklichen Situationen auftreten, jedoch können sie auch nur in bestimmten Situationen auftreten. Etwa, wenn die Betroffenen einen Vortrag halten sollen oder an der Kasse des Supermarktes bezahlen müssen. Zu den körperlichen Symptomen einer sozialen Phobie gehören:

- Erröten

- Zittern,

- ein verstärkter Harndrang

- Schweißausbrüche

- Übelkeit

Weil die Betroffenen versuchen, Situationen, in welchen die Angstzustände auftreten, vermeiden möchten, entwickeln sie fast zwangsläufig ein Vermeidungsverhalten.

Wie häufig tritt die soziale Phobie auf?

Die soziale Phobie zählt zu den häufigen Angststörungen, Schätzungen zu Folge leiden zwischen zwei und zehn Prozent der Bevölkerung darunter. Genauere Angaben sind allerdings schwierig zu machen, weil sich der Übergang von normaler Schüchternheit zur sozialen Phobie nur schwierig bestimmen lässt und soziale Phobien vom Schwergrad her äußerst unterschiedlich ausgeprägt sind. Auf keinen Fall darf die soziale Phobie mit sozialen Defiziten verwechselt werden. Diese können aber sehr wohl eine soziale Phobie auslösen oder als Begleiterscheinung auftreten. Studien zu Folge tritt die allgemeine Soziophobie, die sämtliche Aktivitäten im zwischenmenschlichen Bereich umfasst, am häufigsten auf. Sehr oft haben die Betroffenen Probleme damit, an Festen und Feiern teilzunehmen, Kontakte zu knüpfen oder selbst mit nahestehenden Personen eine Unterhaltung zu führen.

Wodurch entsteht eine soziale Phobie?

Eine soziale Phobie kann durch vielfältige Ursachen entstehen, die allerdings noch nicht vollständig wissenschaftlich geklärt sind. Verschiedene Risikofaktoren können bis in die frühkindliche Entwicklung zurückreichen. Dazu gehört etwa ein isoliertes Sozialleben, in welchem die Eltern soziale Kontakte nach außen hin weitgehend unterbinden oder wenn die Eltern einen ablehnenden oder abwertenden Erziehungsstil pflegen. Nach Meinung vieler Experten können bei der Entstehung dieser Angststörung sowohl psychologische, psychosoziale, biologische als auch genetische Ursachen eine Rolle spielen.

So wird die soziale Phobie diagnostiziert

Besteht bei einem Betroffenen der Verdacht auf eine soziale Phobie, stellen Arzt oder Therapeut dem Betroffenen diverse Fragen. Beispielsweise wird im Gespräch abgeklärt, welche Symptome auftreten in welchen Situationen das der Fall ist. Mit Hilfe von diversen Testverfahren lässt sich die Verdachtsdiagnose erhärten und das Problem von anderen psychischen Krankheiten wie etwa einer Depression abgegrenzt werden. Ferner wird untersucht, ob möglicherweise organische Ursachen wie etwa eine Schilddrüsenüberfunktion hinter der Angststörung stecken könnten.

So wird eine soziale Phobie therapiert

Schulmediziner arbeiten im Fall einer sozialen Phobie bevorzugt mit verhaltenstherapeutischen Ansätzen, die gegebenenfalls medikamentös unterstützt werden. In den meisten Fällen werden dafür Antidepressiva eingesetzt. Gelegentlich wird auch die sogenannte psychodynamisch fundierte Therapie angewendet. Bei dieser steht im Vordergrund, wie sich innerseelische Kräfte gegenseitig beeinflussen und aufeinander wirken.

Im Rahmen der kognitiven Verhaltenstherapie steht es im Vordergrund, dass die Betroffenen dazu gebracht werden, angstauslösende Situation künftig nicht mehr zu vermeiden. Der Therapeut begleitet seinen Klienten dabei, wenn er sich diesen Situationen stellt. Dies geschieht zunächst lediglich in der Vorstellung, im weiteren Verlauf der Therapie dann auch in real. Dabei soll der Betroffene lernen, welche Denkabläufe die Angstgefühle erhalten und diese Abläufe entsprechend ändern. Förderlich sind in diesem Zusammenhang auch positive Erfahrungen, etwa wenn der Klient merkt, dass er beim Reden eben nicht ausgelacht wird.

Diese Ansätze spielen auch in der hypnosystemischen Therapie eine wichtige Rolle. Im Gespräch analysiert der Therapeut gemeinsam mit dem Klienten die Emotionen und Denkmuster. Im nächsten Schritt werden Verhaltensweisen erarbeitet, die dem Klienten dabei helfen, die negativen Empfindungen durch positive zu ersetzen. Ein wichtiges Kernelement sind dabei die begleitenden Hypnosesitzungen. Hier arbeitet der Therapeut intensiv im Unterbewusstsein des Klienten und ersetzt die negativen Emotionen, die oft weit in die Vergangenheit des Klienten zurück reichen, durch positive.